Heterosis, eine Alternative zur Championzucht
bei Deutschen Doggen.
bei Deutschen Doggen.
Der Heterosis-Effekt, bekannt aus der Leistungszucht, wurde 30 Jahre lang bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee auch auf Deutsche Doggen angewendet. Das war
ein Dauertest, der außerordentlich erfolgreich verlaufen ist.
Meine These vor 30 Jahren war: Leistung (Fitness) und Gesundheit auf der Basis von Mischerbigkeit, gehören zusammen. Der Weg dahin sollte die Ausnutzung des bereits im Jahre 1909 von George Shull
beschriebenen Heterosis-Effekts sein. Ziel war die Senkung periodisch steigender Tierarztkosten. Eine Nebenwirkung hatte ich nicht kalkuliert.
Das war und ist die deutliche Erhöhung des Lebensalters von Deutschen Doggen.

Worin besteht der Unterschied zwischen Championzucht und Leistungszucht?
In der Championzucht geht es um ein Einzeltier, den Champion. Geld wird über Showveranstaltungen und Championverpaarungen gemacht. In der Leistungszucht geht es sehr oft um die Leistung von Geschwistern oder Geschwistergruppen.
Durch Rasse- oder Linienkombinationen soll die Leistung der Elterntiere möglichst übertroffen werden. Geld wird meist mit Produkten gemacht.
Da ich aus der wissenschaftlichen Bienenzucht komme, war die Leistung der Honig und der Pollenertrag. Bienengift wurde gewonnen, es wurde aber nicht darauf gezüchtet.
Da ich aus der wissenschaftlichen Bienenzucht komme, war die Leistung der Honig und der Pollenertrag. Bienengift wurde gewonnen, es wurde aber nicht darauf gezüchtet.
Was versteht man unter Heterosis ?
Der Begriff Heterosis kommt aus der Tier und Pflanzenzucht, wobei unterschiedliche Pflanzensorten oder Tierrassen kombiniert werden. Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. habil Mayerhoff wurde an der damaligen Forschungsstelle für Bienenwirtschaft
der Humboldtuniversität Berlin Inzuchtlinien der Rasse Carnica kombiniert. Der Erfolg war vergleichbar mit den Erfahrungen aus Rassekreuzungen.
Alles begann mit Carnicaimporten aus Österreich mit denen sehr unterschiedliche Inzuchtlinien aufgebaut wurden. Das Ergebnis der Kreuzung der genetisch fremden Linien war eine deutliche Leistungssteigerung verbunden mit Heterosis. Die Leistungsermittlung von Geschwistern war das Rückrad der damaligen Forschung. Man hatte festgestellt, dass es sogenannte Passer gibt, die besonders gut kombiniert werden konnten. Die Weiterzucht mit den extrem leistungsfähigen Heterosishybriden wurde abgelehnt, da sich die Erbanlagen in den folgenden Verpaarungen stark aufspalteten. Angestrebt wurde ein sehr hoher Leistungsdurchschnitt einer Geschwistergruppe. Hinweis: In der Bienenzucht ist das Zuchtobjekt immer die Königin im Vergleich zu den Geschwisterköniginnen. Die Leistung wird gemessen am Honigertrag des Volkes.
Alles begann mit Carnicaimporten aus Österreich mit denen sehr unterschiedliche Inzuchtlinien aufgebaut wurden. Das Ergebnis der Kreuzung der genetisch fremden Linien war eine deutliche Leistungssteigerung verbunden mit Heterosis. Die Leistungsermittlung von Geschwistern war das Rückrad der damaligen Forschung. Man hatte festgestellt, dass es sogenannte Passer gibt, die besonders gut kombiniert werden konnten. Die Weiterzucht mit den extrem leistungsfähigen Heterosishybriden wurde abgelehnt, da sich die Erbanlagen in den folgenden Verpaarungen stark aufspalteten. Angestrebt wurde ein sehr hoher Leistungsdurchschnitt einer Geschwistergruppe. Hinweis: In der Bienenzucht ist das Zuchtobjekt immer die Königin im Vergleich zu den Geschwisterköniginnen. Die Leistung wird gemessen am Honigertrag des Volkes.
Welchen Vorteil hat Heterosis in der Doggenzucht ?
Um zu veranschaulichen worum es geht, müssen einige Zahlen genannt werden. Inzuchtbienenvölker hatten damals einen Jahresdurchschnitt um die 20 kg geernteten Bienenhonig. Die Heterosisvölker sammelten weit über 50 kg geschleuderten Honig.
Der Grund war eine enorm verbesserte Fitness des Gesamtvolkes auf Grund von Mischerbigkeit. Was hat das mit Deutschen Doggen zu tun? Nichts, aber jeder kennt ja die Folgen von Inzuchtdepression. Solche Zuchtprobleme betrifft grundsätzlich alles was lebt und gezüchtet werden kann.
Das Ausselektieren von negativen Merkmalsträgern kann nur der erste Schritt sein.
Wenn bei einer Rasse sehr gründlich Inzucht (Championzucht) betrieben wird, können am bitteren Ende die Probleme so groß werden, dass nur eine neue Rasse eingekreuzt werden kann um alles zu sanieren. Über den Aufbau von nicht verwandten Zuchtlinien und deren Kombinationen, kann die Fitness und die darauf beruhende Gesundheit einer Rasse erhalten und verbessert werden.
In der Doggenzucht gab es in den 90er Jahren die besten Bedingungen um die Rasse auf einem sehr hohen Niveau zu halten.
Es gab damals drei ganz verschiedene Genpools für die Deutsche Dogge. Das war die damalige Zuchtbasis der ehemaligen DDR, die Great Dane Zucht der USA und die FCI-Zucht der Deutschen Dogge in Europa.
Wie sieht es heute aus? Die DDR-Zucht, ich vergleiche sie einmal mit dem "Neandertaler", ist nur zum Teil erfolgreich integriert worden. Der klassische Typ der DDR-Dogge entsprach nicht dem bundesdeutschen Doggentyp des Molossers. Im Gegensatz zu einigen Arbeitslinien des DDR-Schäferhundes mit geradem Rücken, existiert die Gebrauchshundezucht Deutsche Dogge aus der DDR nicht mehr. Die US-Great Dane Zucht ist im Vergleich dazu unantastbar und kann der Rettungsanker für die Europäische Deutsche Dogge sein. Diese ganz verschiedenen Genpools waren oder sind miteinander stark heterosisfähig und eine Garantie für eine enorme Fitness deren Kreuzungsprodukte. Vom Standard ist das alles kein Problem. Die Ausstellungsrealität ist aber eine andere. Die US-Great Danes passen nicht ins süddeutsche Doggenprofil. Sie haben nur ein Chance bei einigen wenigen norddeutschen Züchtern.
Championzucht und Leistungszucht sind grundverschiedene Dinge. Bei Deutschen Schäferhunden wird unterschieden in Arbeitslinien und Showlinien. Bei Deutschen Doggen entscheiden alles Zucht- und Ausstellungsrichter auf der Basis eines Formstandards.
Nicht ohne Grund wurde nur das deutsche Gebrauchshundewesen in das Bundesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Das ist eindeutig eine Höherstufung eines Teils der Deutschen Hundezucht.
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© by G.Dießel
Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.
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